Segelflieger erbeuten auf der Flucht vor den Schauern wichtige Punkte

2. Segelflugbundesliga 2014, Runde 11 am 28. und 29. Juni

Flugplatz Ottengrüner Heide b. Helmbrechts

 

 

Auch die nunmehr elfte Wertungsrunde in der 2. Segelflugbundesliga war vom Wettergeschehen beherrscht. Das Segelflugzentrum (SFZ) konzentrierte sich am vergangenen Wochenende auf Samstag, um Punkte zu sammeln, die die Segelflieger vor dem Abstieg retten sollen.

 

Sonntag offerierte wegen anhaltender Niederschläge keinerlei Chance, wertbare Streckenflüge für die Rundenwertung der Segelflugbundesliga zu versuchen.

Am Samstag galt es ein brauchbares Wetterfenster rechtzeitig auszumachen und vor dem von Westen herannahenden Regen ordentlich zu nutzen. Gegen Mittag versuchte das bewährte Trio um Sportleiter Hanns-Günther Bauer, Claus Triebel und Andreas Görmer, Streckenflüge von mindestens 100 Streckenkilometern oder Flüge von über zweieinhalb Stunden abzuliefern. Die Piloten analysierten vorab die Witterung und mögliche Flugstrecken. „Man spricht sich dabei natürlich auch ab, in der Luft muss aber jeder selbst entscheiden, welches Risiko er eingeht“ sagt Bauer und meint mit Risiko, die Gefahr nicht mehr zur Ottengrüner Heide zurück zu kommen. Starker Wind aus westlicher Richtung bot zwar die Möglichkeit mit Rückenwind schnell in östlicher Richtung einen Schenkel zu fliegen. Dabei hätten die Segelflieger aber angesichts der herannahenden Regenfront eine Landung auf einem anderen Flugplatz in Kauf nehmen müssen. Letztlich folgte jeder aus dem Trio seiner eigenen Erfahrung und Intuition.

 

Bauer steuerte zunächst gegen den Wind nach Westen auf die Regenfront zu, musste von Kulmbach aus aber über Trebgast und Gefrees ins Fichtelgebirge. „Im Westen steht bereits eine richtige Regenwand“ ließ er seine Kameraden über Funk wissen und kehrte nach nicht einmal 70 Kilometern wieder nach Helmbrechts zurück.

Demgegenüber steuerte Görmer über Gefrees nach südosten bis Altenstadt bei Weiden. Über Erbendorf und Weißenstadt ging es zurück zur Ottengrüner Heide. Dort landete er nach dem ersten großen Schauer bei leichtem Nieselregen und über 150 Streckenkilometern auf seinem Logger.

Triebel wählte die nordöstliche Flugrichtung über Hof. Vorbei an Oelsnitz im Vogtland ging es bis zur Wende bei Auerbach. Über Bad Elster und Schönwald steuerte er danach zurück ins Fichtelgebirge. Einen letzten Schenkel flog Triebel noch bis Gefrees, ehe es dann schon im Regen über Münchberg direkt zur Landung ging. Fast 180 Kilometer brachte Triebel damit zur Wertung.

Obwohl jeder der Segelflieger sich für eine andere Richtung entschied, konnten alle längere Strecken aufzeichnen. Nur Bauer, der zu früh von Schauern gestört wurde, brachte keine ausreichenden Parameter zusammen. Nichtsdestotrotz reichte die Leistung von Triebel und Görmer für den vierten Platz am Samstagabend. Nur neun weitere Vereine meldeten bis dahin ihre Flüge.

 

Die gute Rundenplatzierung des 4. Platzes vom Samstag konnte am Sonntag nicht gehalten werden. Ein weiterer Verein konnte am Sonntag noch Flüge melden und verdrängte das SFZ auf den immerhin noch fünften Rundenplatz. „So schlecht das Wetter auch war, wir haben das Beste daraus gemacht“ resümiert Bauer stolz. Und fügt hinzu: „Diesmal hatten wir den Vorteil, dass bundesweit am Sonntag keine guten Flugbedingungen mehr waren und wir uns so insgesamt profilieren konnten.“

So schließt das SFZ die 11. Wertungsrunde endlich wieder positiv ab. Mit dem 5. Rundenplatz konnte der Verein 16 Punkte holen. Das Gesamtkonto wächst demnach auf 64 Gesamtpunkte an, sodass das SFZ nach elf Runden den derzeitig 19. Gesamtplatz hält. Von einem Abstiegsplatz ist das SFZ damit erstmal wieder weggekommen, auf einem sicheren Kurs bewegen sich die Segelflieger deswegen aber noch lange nicht.

 

ProHof e.V. besucht die Luftsportler vom SFZ

Helmbrechts/Flugplatz Ottengrüner Heide

 

Am vergangenen Samstag dem 28. Juni durfte das Segelflugzentrum (SFZ) Ottengrüner Heide den gemeinnützig engagierten Verein ProHof e. V. auf seinem Gelände – dem Sonderlandeplatz Ottengrüner Heide bei Helmbrechts – begrüßen.

Der über 500 Mitglieder starke Verein, der sich für Hof und die Region einsetzt, besuchte die Segelflieger vom SFZ um nicht nur diesen außergewöhnlichen Sport näher kennen zu lernen, sondern auch um selbst einmal im Cockpit zu sitzen und Platzrunden über Helmbrechts zu drehen. So begrüßte der Vorsitzende des SFZ, Reinhard Kreil, der selbst Hofer ist, eine fast dreißigköpfige Gruppe des Vereins ProHof zur „Faszination Segelfliegen – ein Schnupperkurs“. Vorneweg erhielten die fluginteressierten Besucher von Sportleiter Hanns-Günther Bauer allgemeine Informationen zum Segelfliegen und insbesondere der Ausbildung zum Segelluftfahrzeugführer. Mit einer kurzen Präsentation und einem Filmausschnitt wurden die Ausbildungsabschnitte verdeutlicht: ein praktischer Teil, welcher sich in kleinere Abschnitte untergliedert in denen die Fähigkeiten des Segelfliegens vermittelt werden und einer abschließenden praktischen Prüfung, ähnlich der Führerscheinprüfung. „Parallel dazu gibt es eine theoretische Ausbildung in insgesamt sieben Fächern“ erklärt Bauer.

Begeistert von diesen ersten Eindrücken ging es dann direkt an den Start wo die Piloten des SFZ die Segelflugzeuge bereits vorbereitet hatten und zum Rundflug einluden. Die ersten Passagiere waren schnell gefunden. Nach der Landung begrüßten die ‚Hofer’ ihre Kameradinnen und Kameraden immer herzlich mit einem Applaus. „Oh, das war so toll!“ oder „Wow, was für ein einmaliges Gefühl!“ waren Reaktionen, die man nach der Landung immer wieder hörte. „Da das Wetter nicht so gut mitspielt, dass längere Segelflüge möglich sind, können wir einen längeren Flug nur mit unserem Motorsegler anbieten“ erklärte Kreil. Dieses Angebot wurde gerne angenommen und so starteten viele Mitglieder von ProHof zu einem Rundflug über ihre Heimat.

 

 

Auch der Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner wollte sich diesen Ausflug keinesfalls entgehen lassen und stieg zum Vorsitzenden Kreil in das doppelsitzige Segelflugzeug. Nach einer kurzen Einweisung durch 2. Vorsitzenden Ralf Kaußler ging es dann in die Luft. Eine Seilwinde beschleunigte die beiden Hofer in wenigen Sekunden auf über 100 Stundenkilometer. Nach nicht einmal 30 Sekunden klinkten sie in über 300 Metern aus und konnten lautloses Fliegen über dem Landkreis Hof genießen. Nach der Landung zeigte sich der Oberbürgermeister begeistert und stellte interessiert weitere Fragen. Sein Helmbrechtser Kollege Bürgermeister Stefan Pöhlmann kennt seine Segelflieger schon länger, wollte sich diesen Tag aber auch keinesfalls entgehen lassen.

Nicht nur vom Segelfliegen als solchen – was an diesem Tag aber zweifellos im Mittelpunkt stand – waren die Besucher von ProHof begeistert, sondern auch von den sportlichen Aspekten. So beherbergt der Verein mit Claus Triebel derzeit wieder einen bayerischen Segelflugvizemeister. Spätestens als drei Piloten zu Streckenflügen für die Bundesliga aufbrachen, war auch das sportliche Interesse geweckt.

Trotz zunehmender Regenschauer verweilten die Mitglieder des Gastvereins noch bis zum späten Nachmittag bei Kaffee und Kuchen auf dem beschaulichen Flugplatz bei Helmbrechts, starten zu Rundflügen mit dem Motorsegler oder der Motormaschine Cessna über den Landkreis. Anke Bogler, die Organisatorin auf Seiten ProHofs war begeistert von der Durchführung dieser Veranstaltung durch das SFZ und mit ihren Vereinskameraden besonders vom Segelfliegen – einem besonderen Sport und einer „wahren Faszination, die man selbst erlebt haben muss!“

 

 

Wer diese Faszination selbst einmal erleben möchte, darf gerne immer am Wochenende am Flugplatz bei Helmbrechts vorbeischauen oder sich auch schon jetzt zum Schnupperkurs im August anmelden. Alle weiteren Informationen zum Segelfliegen und den Piloten vom SFZ gibt es auf deren Vereinsseite unter www.edqo.de.

Weitere Informationen mit Terminen zu den nächsten Veranstaltungen des Vereins für Hof – ProHof gibt es auf deren Vereinsseite im Netz unter www.pro-hof.de oder in den im ganzen Landkreis ausliegenden, gleichnamigen Zeitschriften.

Halbzeit in der 2. Segelflugbundesliga & Triebel beendet Bayreuth Wettbewerb als Bayer. Vizemeister

2. Segelflugbundesliga 2014, Runde 10 am 21. und 22. Juni

Flugplatz Ottengrüner Heide / Bayreuth

 

 

Das nunmehr 10. Wertungswochenende der 2. Segelflugbundesliga liegt nun hinter den PilotInnen vom Segelflugzentrum (SFZ) Ottengrüner Heide. Die Bilanz sieht bisher durchwachsen aus: „Nach einem großartigen Start gleich zu Saisonbeginn,“ erinnert sich Sportleiter Hanns-Günther Bauer „mussten wir in einigen Runden ordentlich einstecken.“ Startete das SFZ auf dem 7. Gesamtplatz in den diesjährigen Wettbewerb, so wanderte der Verein in das Mittelfeld der Tabelle und steht nach nunmehr zehn Runden auf dem 25. Gesamtplatz der Tabelle.

 

Am vergangenen Wochenende wollten die Piloten schon deswegen beide Tage nutzen. Am längsten Tag des Jahres, Samstag dem 21. Juni fehlte aber die nötige Sonneneinstrahlung. Ohne Sonneneinstrahlung kann sich keine Thermik entwickeln und „ohne diese können wir keine großen Strecken fliegen“ muss Bauer feststellen. Den Prognosen zu Folge, sollte Sonntag zwar unwesentlich besser werden, aber nach Süden jedenfalls einen fliegbaren Korridor offerieren.

„Es ist eigentlich egal, ob wir beide Tage nutzen können oder nicht“ merkt Bauer an. „Hauptsache wir bekommen als Verein über beide Tage drei möglichst gute Flüge zusammen.“

 

Demzufolge wurde am Sonntag aufmerksam das Wetter beobachtet und jede Entwicklung kritisch analysiert. „Auch die Zeit ist ein entscheidender Faktor. Zu spät zu starten birgt das Risiko abends nicht mehr bis nach Hause zu kommen, wenn sich dann keine Thermik mehr entwickelt“ erklärt Bauer. So startete der Sportleiter letztlich um vier Uhr und ließ sich mit Hilfe eines Schleppflugzeuges ins Fichtelgebirge schleppen. Zwar stieg die Wolkenbasis im Tagesverlauf noch deutlich an, die Wolkendecke blieb letztlich aber doch geschlossen. Geringe Steigwerte waren die Folge, die Bauer nach einer halben Stunde wieder zur Landung in Helmbrechts zwangen.

 

Auch Flugleiter Andreas Görmer bewertet diese Leistung angesichts der Wetterbedingungen mit einem Schmunzeln als „heldenhaft“. Als Flugleiter hat Görmer den Überblick und stellt fest, dass zwar viele Schulstarts absolviert wurden, aber auch „der längste Segelflug aus der Winde nicht länger als zwölf Minuten“ war.

Dauerhafte dichte Bewölkung verhinderte brauchbare Thermikentwicklung. „Wo sich vereinzelt doch etwas Thermik zeigte, war diese vom starken Nordwestwind so zerrissen, dass das Zentrieren der Thermikbärte quasi unmöglich war“ erzählt Fluglehrer Reinhard Kreil, der für diesen Tag über 20 Schulstarts nachweisen kann.

 

 

 

So mussten die Sportler vom SFZ die zehnte Wertungsrunde der Konkurrenz überlassen. Den vorläufigen 25. Gesamtplatz belegen die Segelflieger mit 48 Gesamtpunkten. Die direkten Konkurrenten zum Nichtabstiegsplatz liegen dabei nur wenige Punkte auseinander, sodass sich in nur einer Runde alles wieder ändern kann.

„Sicherlich haben wir uns nach diesem Start im vorderen Tabellendrittel einen besseren Saisonverlauf gewünscht“ resümiert Bauer. „Das Wetter können wir aber nicht beeinflussen und die besten Thermikwochen stehen uns im August erst noch bevor.“ Es folgen noch neun weitere Wertungsrunden in denen das SFZ in jedem Fall am Ball bleiben möchte. „Unser Ziel, der Klassenerhalt, ist also auch wenn wir uns derzeit auf einem Abstiegsplatz befinden, noch lange nicht unerreichbar!“

 

 

 

Am Samstag ging zudem der Internationale Bayreuth Wettbewerb 2014 zu Ende. Bis auf den letzten Wertungstag konnten die über 80 Segelflieger jeden der acht Wertungstage nutzen, um durch schnelles Abfliegen einer vorgegebenen Wegstrecke Punkte für die Gesamtwertung zu sammeln. Auch ein Pilot des SFZ nahm daran teil: Der Selber Claus Triebel startete in der 18-Meter-Klasse. Dort belegte er unter 21 Teilnehmern schließlich den 5. Gesamtplatz. Da unter den Erstplatzierten, Teilnehmer anderer Bundesländer vertreten waren, konnte Triebel zudem den Titel Bayerischer Vizemeister holen.

Super Wetter und gute Laune beim diesjährigen Fluglager zu Pfingsten

Vom 7. bis 15. Juni fand auf dem Flugplatz des Segelflugzentrums (SFZ) Ottengrüner Heide bei Helmbrechts das diesjährige Pfingstlager statt. Dabei wurde in den ersten fünf Tagen ein Schnupperkurs für Segelfluginteressierte angeboten, der regen Anklang fand.

 

 

Organisator Ralf Kaußler freute sich sehr über die vielen Anfragen und Ausbildungsleiter Claus Triebel konnte beim Briefing am Samstag insgesamt sechs Schnupperschüler begrüßen. Bei sommerlichem Wetter erfolgte zunächst eine kurze Erläuterung des Ablaufs ehe die Segelfluginteressierten in das Fluggerät eingewiesen wurden. Triebel erläuterte umfassend die wichtigsten Komponenten des Segelfliegens und des Segelflugzeugs. So erhielten sie einen ersten Einblick, der dann umgehend in die Tat umgesetzt werden konnte. Nachdem die ersten theoretischen Fragen geklärt waren, ging es an den Start: Fallschirme wurden angelegt und Startchecks abgehakt. „Es ist toll, dass man hier wirklich von Anfang an voll in den Flugbetrieb integriert wird“ merkt René, Student an der Fachhochschule Hof begeistert an. Die Gruppe der Schnupperer musste auf zwei Segelflugzeuge aufgeteilt werden. „So können wir allen Kurz-Flugschülern noch mehr Starts bieten und den Schnupperkurs intensivieren“ erklärt Triebel, ehe er sich zu seinem nächsten Interessenten ins Cockpit setzt.

 

 

„Fertig!“ ruft der Schnupperschüler aus dem Cockpit. „Aus“ und „Ein“ sind die nächsten Kommandos, die das Einklinken des Schleppseils am Segelflieger steuern. Danach beschleunigt die Seilwinde das Segelflugzeug in wenigen Sekunden auf über 100 Stundenkilometer und der Segler steigt in die Luft auf etwa 300 Meter Höhe. „Den Start steuern meistens noch wir, die Schüler fühlen bloß mit. Einmal in der Luft können die Schüler es dann selbst versuchen und erlernen recht zügig das Steuern mit drei Rudern“ erklärt Fluglehrerkollege Reinhard Kreil. „Das ist schon etwas gewöhnungsbedürftig“ merkt Schnupperer Ludwig an, der von Beruf Polizist ist. „Man muss auf einmal auch mit Hilfe der Füße das Seitenruder steuern. Aber es macht unheimlich Spaß!“

 

 

 

So trainierten die Schnupperschüler über fünf Tage hinweg v. a. das Steuern eines Segelflugzeuges. „Am wichtigsten für den ersten großen Ausbildungsabschnitt“, erklärt Triebel, „wäre dann natürlich das Starten und Landen zu üben. Das bekommen unsere Schnupperer hier erstmal so nebenbei mit. Primär wollen wir ihnen ja aber einen Eindruck vom Segelfliegen vermitteln.“ So wurde auch darauf geachtet, allen ein ausgewogenes Programm von kurzen und längeren Thermikflügen zu bieten, damit sich keiner benachteiligt fühlt. „Heute war das klasse! Wir waren bestimmt eine Stunde in der Luft, bis auf 2000 Meter. Echt spitze! Und ich durfte richtig viel allein steuern“ schwärmt der 14-jährige Schüler Nils beim gemeinsamen Grillabend.

 

 

 

 

So abwechslungsreich wie die Schnuppertage, so „gemischt war diesmal auch die Gruppe der Schüler“ merkt Kaußler zufrieden an. „Vom 14-jährigen Schüler bis zum 56-jährigen Berufstätigen war alles dabei!“

 

Auch fliegerisch war fast alles dabei. Die Schnupperschüler erhielten schließlich jeweils über zwölf Starts, bei denen sie vieles über das Segelfliegen lernten.

 

 

 

 

Alleinflug im Schnupperkurs - "Herzlichen Glückwunsch, Guntram!"

 

 

Eine Ausnahme war dieser Schnupperkurs dann aber doch: So absolvierte der Schnupperschüler Guntram Kusch noch innerhalb des fünftägigen Schnupperkurses den ersten Ausbildungsabschnitt erfolgreich mit der so genannten „A-Prüfung“. Lachend klärt Kusch den Sachverhalt auf: „Ja, ich fliege schon seit acht Jahren Ultraleicht, komme also schon aus der Fliegerei. Bei einem Besuch mit dem Ultraleichtflugzeug hier am Platz, erfuhr ich dann, dass hier Schnupperkurse für’s Segelfliegen angeboten werden. Da es als Motorpilot meistens nicht so sehr auf die Fußarbeit ankommt, wird man da sehr schnell nachlässig. Ich wollte aber das richtige Fliegen lernen und ein guter Pilot sein, also beschloss ich, diesen Kurs mitzumachen.“ Und so kam es, dass Kusch – der von seinen fliegerischen Erfahrungen profitierte – nach nur vier Tagen Segelfliegen schon allein im Segelflugzeug sitzend seine A-Prüfung absolvierte.

 

 

 

 

 

Bestandene Scheinprüfung - "Herzlichen Glückwunsch, Fritz!"

 

 

Beim Abschlussbriefing blickte Triebel dann nochmal besonders stolz auf das Fluglager zurück: „Wirklich besondere Highlights, die es nicht in jedem Fluglager gibt, hatten wir diesmal schon am ersten Schnuppertag.“

 

Gemeint ist die Scheinprüfung eines langjährigen Flugschülers. So konnten die Segelfluginteressierten, die noch ganz am Anfang der Lernphase stehen schon einen Blick voraus werfen, ans Ende der Ausbildung. Die letzte zu bestehende Prüfung: Ein Prüfungsflug mit einem Prüfer vom Luftamt Nordbayern. Matthias Reich, der Prüfer, der aus Nürnberg anreiste freute sich zunächst über den gut besuchten Schnupperkurs und das rege Interesse an dem Sport. Dann stieg er zum Flugschüler Friedemann Nagler aus Töpen in den Doppelsitzer „Twin III“. Mit Hilfe eines Flugzeugschlepps starteten Prüfer und Prüfling zu einem etwa 30-minütigen Flug. „In aller Regel dauert es nicht allzu lange, aber die beiden scheinen Thermik erwischt zu haben“ analysiert Triebel am Boden. Nach der Landung gratulierte Reich dem 52-jährigen Nagler herzlich zur bestandenen Scheinprüfung. „Ich bin jetzt wirklich sehr erleichtert!“ merkte Nagler glücklich an. Mit ihm freute sich das Fluglehrerteam des SFZ über die bestandene Prüfung und gratulierte ihrem langjährigen Flugschüler, der nun endlich ohne sie segelfliegen darf.

 

 

 

 

 

Bestandene A-Prüfung - "Herzlichen Glückwunsch, Stephi!"

 

 

Den „ersten großen Schritt auf diesem Weg hin zum Segelluftfahrzeugführer“ konnten die Schnupperer dann am Folgetag, Sonntag miterleben. Denn die 16-jährige Schülerin Stephanie Gareiß aus Schauenstein absolvierte nach einem letzten Übungsflug mit ihrem Fluglehrer ihre ersten drei Alleinflüge. „Diese ersten drei Flüge, die man alleine absolviert sind schon etwas ganz besonderes für jeden Piloten“ erinnert sich der Vater Klaus Gareiß, der selbst beim SFZ fliegt.

„Und weil das so etwas besonderes ist, gibt es auch einen besonderen Brauch bei den Segelfliegern“ erklärt Triebel: Jeder erfolgreiche A-Prüfling erhält einen wunderschönen Blumenstrauß, gekrönt mit Disteln und Brennnesseln. Diesen müssen sie mit bloßen Händen halten, es soll die Feinfühligkeit in den Fingern fördern. Immerhin steuern sie zukünftig allein ein Segelflugzeug.“ Danach stellen sich alle Anwesenden in einer Reihe auf – aber nicht etwa zum Gratulieren, sondern zum Versohlen. „Jeder Anwesende gibt dem A-Prüfling einen Klaps auf den Po. So soll der Hintern als hochempfindliches Thermikorgan sensibilisiert werden. Zukünftig sollen sie so dann die Thermik besser spüren können.“ Man könnte bei diesem Brauch durchaus an den Seemannsgarn der Seefahrer denken, aber die Segelflieger feiern so ihre A-Prüflinge gewissenhaft.

 

„Natürlich fällt dieser Brauch bei Flugschülerinnen sanfter aus“ schmunzelt Triebel.

 

 

 

 

In diesen neun Tagen Fluglager kamen insgesamt 279 Flugbewegungen auf der Ottengrüner Heide zusammen. Das Hauptflugbuch wies am Sonntagabend über 77 Flugstunden aus. „Insgesamt ein wirklich gelungenes Fluglager“ freut sich Vorsitzender Reinhard Kreil aus Hof. Diesem kann Ausbildungsleiter Claus Triebel nur zustimmen. „Gerade für mich war dies ein wunderbares Pfingstlager. Nicht nur, dass ich endlich einen langjährigen Flugschüler los bin“ scherzt Triebel, er konnte zusammen mit seinem Fluglehrerteam auch eine Flugschülerin bis zum ersten Alleinflug begleiten. Dass dies schon jetzt „Laune auf das Sommerfluglager“ macht, „versteht sich von selbst“ fügt Ralf Kaußler hinzu. Er weist darauf hin, dass vom 02. bis 06. August erneut ein Schnupperkurs für Segelfluginteressierte angeboten wird und Anmeldungen hierzu schon jetzt möglich sind.

 

 

 

 

 

Informationen zu diesem und dem nächsten Schnupperkurs für Segelfluginteressierte im August, finden Sie auf der Vereinsseite unter www.edqo.de sowie im Socialweb auf facebook.de/SFZOttengruenerHeide. Dort sind auch weitere Bilder zum Pfingstlager abrufbar.

Fluglager und Meisterschaft verhelfen nur zu einem Punkt

2. Segelflugbundesliga 2014, Runde 09 am 14. und 15. Juni

Flugplatz Ottengrüner Heide / Bayreuth

 

In der neunten Runde der 2. Segelflugbundesliga konnte das Segelflugzentrum (SFZ) Ottengrüner Heide mit dem 23. Rundenplatz diesmal nur einen Punkt sammeln. Dies führt zum vorläufigen Gesamtpunktestand von 48 Punkten. In der Gesamttabelle steht das SFZ damit nun auf dem 20. Platz.

 

Am Samstag hofften die Segelflieger zunächst auf das der Kaltfront nachfolgende „Rückseitenwetter“, welches für gute Thermikbedingungen bekannt ist. Dass diese Hoffnungen verfrüht waren zeigte sich beim Blick auf den Nachbarverein in Bayreuth. Auf dem Flugplatz der Luftsportgruppe (LSG) Bayreuth findet derzeit der ‚Internationale Bayreuth Wettbewerb’ mit über 80 Teilnehmern statt. Dort wurden zunächst in der Hoffnung auf weite Strecken entsprechende Aufgaben ausgegeben, die dann mittags wieder relativiert werden mussten. Die Standardklasse wurde sogar vollständig neutralisiert.

Auch Claus Triebel, der in der 18-Meter-Klasse am dortigen Wettbewerb teilnimmt, konnte keinen Überlandflug für die Segelflugbundesliga einreichen.

 

Am Sonntag, dem zugleich letzten Tag des Pfingstfluglagers auf der Ottengrüner Heide, meldete das SFZ sechs Flüge für das Vereinsranking.

Der erste nennenswerte Flug stammt von Siegfried Prietzel aus Münchberg, der mit seinem Fluglehrer Peter Schertenleib im Schulungsflugzeug „Bergfalken III“ startete. Aus der Winde heraus ging es an die Wolkenuntergrenze auf 1500 Meter über Grund. Von Schauenstein über Ahornberg und Münchberg flogen sie bis Stammbach, ehe sie wieder auf der Ottengrüner Heide landeten.

Unterwegs kurbelten – wie das Thermikkreisen im Segelfliegerjargon heißt – sie auch mit Friedemann Nagler, der mit dem Vereinssegler „Jeans Astir“ auf Strecke war. Nagler flog zunächst von Förstenreuth nordwärts bis Leupoldsgrün ehe er nach mehr als 50 Kilometern über Schwarzenbach am Wald wieder Kurs zur Landung nahm.

Fluglehrer Reinhardt Sommerer ging mit der vereinseigenen „Club Libelle“ an den Start und steuerte zunächst bis Konradsreuth, bevor er über Weißdorf und Sparneck zum Waldstein ins Fichtelgebirge steuerte. Von Bischofsgrün flog er entlang der Wolkenstraße zurück bis Ahornberg. Zum Abschluss legte Sommerer einen letzten Schenkel bis Gefrees, welcher die Gesamtdistanz auf 70 Kilometer erweiterte.

 

Neben diesen Lokalflügen versuchten drei Vereiskameraden auch weitere Strecken. Dass dies gar nicht so leicht war zeigt beispielsweise der Flug des Münchners Andreas Görmer: Zunächst konnte er nach dem Windenstart gegen den Wind nordostwärts bis Auerbach im Vogtland gleiten. Nach der Wende ging es entlang dem Erz- und Fichtelgebirge südlich bis Creußen. Von dort bis Untersteinach um dann erneut südwärts um über Bayreuth und Pegnitz bis Neuhaus bei Hartenstein zu steuern. Über Mistelgau und Kulmbach versuchte Görmer zurück auf die Ottengrüner Heide zu steuern, musste mangels nutzbarer Thermik nach über 4 Flugstunden kurz nach 19 Uhr auf dem Kulmbacher Flugplatz landen. Nichtsdestotrotz wies der Logger eine Wertungsdistanz von 250 Streckenkilometern aus.

Einen ähnlichen Weg wählte Sportleiter Hanns-Günther Bauer, der über Rehau ins Erzgebirge flog, um ebenso bei Auerbach zu wenden. Einen kurzen Schenkel legte er dann noch zwischen Adorf und Asch, bevor er südlich über Marktredwitz bis Pressath segelte. Nach der Wende ging es über Kemnath und Weißenstadt zurück nach Helmbrechts.

 

Und auch beim Bayreuther Segelflugwettbewerb wurde wieder fleißig geflogen. Triebel meldete von dort die erfolgreich abgeflogene Aufgabe über 270 Streckenkilometer. Der Weg führte von Bayreuth aus unter anderem über Lichtenfels und Coburg bis Meiningen. Darauf folgten die Wendepunkte Schweinfurt und Bamberg.

Nach bisher vier Wertungstagen belegt Triebel derzeit den achten Platz unter 32 Teilnehmern in der 18-Meter-Klasse. Der Wettbewerb dauert noch bis zum 21. Juni fort.

 

So ging auch das neunte Wertungswochenende nicht nur wegen der Segelflugbundesliga erfolgreich zu Ende. Eine Zusammenfassung zum Fluglager zu Pfingsten lesen Sie in den nächsten Tagen hier!

Auch wird es in Kürze eine kleine Bildergalerie zu diesem Fluglager mit Schnupperkurs auf unserer Fanseite unter www.facebook.com/SFZOttengruenerHeide geben. Klicken Sie doch mal rein! ;-)

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