SFZ startet bei gutem Wetter in Runde 1 – Die Konkurrenz hatte noch besseres Wetter

 

 

 

SBL - Runde 01 am 18. & 19. April 2015

 

 

Die Segelflugbundesliga startete am vergangenen Woche in die neue Saison. Die Segelflugwetterberichte meldeten bereits beinahe bundesweit hervorragende Flugbedingungen. Regional unterschiedliche Wetterlagen waren so schon am ersten Wertungswochenende entscheidend.

„Bei wenig Sportarten ist das Wetter ein so wesentlicher Faktor, wie beim Segelfliegen“ bestätigt Sportleiter Hanns-Günther Bauer. So nutzten die Segelflieger vom Segelflugzentrum (SFZ) Ottengrüner Heide bei Helmbrechts das Wochenende voll aus und ließen keine Chance liegen.

 

So starteten am Samstag bereits Stephen Bailey aus Hof mit Peter Schertenleib aus Selb – dem „ersten Überlandflug in dieser Saison“ fügt Bailey scherzend hinzu. Das Duo startete südwestlich, vorbei an Kulmbach ging es bis Hollfeld. Von dort aus nach Westen bis zur Wende bei Bamberg. Zurück nach Helmbrechts ging es über Bad Staffelstein und Kronach, sodass der Logger nach der Landung über 150 Kilometer in knapp drei Stunden auswies.

 

Christian Walle startete ebenfalls mit einem 180 Kilometer weiten Flug. Auch er flog südlich bis Kemnath ehe er westlich bis Bamberg steuerte. Vorbei an Lichtenfels und Burgkunstadt ging es nordwärts bis zu seinem Heimatort Nordhalben. Den letzten Schenkel nach Helmbrechts musste der Vorsitzende des Luftsportclubs Nordhalben dann mangels Thermik auf einem Acker bei Geroldsgrün vorzeitig beenden. „Trotzdem hat es sich gelohnt und es war ein sehr schöner Flug!“ kommentiert Walle seine Leistung, die für den ersten Überlandflug des Jahres sehr beachtlich und für die Bundesligawertung des SFZ entscheidend war.

 

Das Duo Klaus Gareiß aus Schauenstein und Claus Triebel aus Selb flog zunächst südlich bis Weiden, ehe auch sie Richtung Nordwesten steuerten. Die nächste Wende erfolgte über Stadtlauringen bei Schweinfurt. Der Rückweg führte anfangs nochmals südlich bis Bamberg um einen letzten Schenkel nach Norden zu legen, ehe es dann über Bad Rodach, Coburg und Kronach zurück zum Heimatflugplatz ging. Als ein „atemberaubendes Fluggefühl“ beschreibt Gareiß das Flugverhalten, dass man „einfach selbst erlebt haben muss.“ Greifbarer sind die Daten des fast vierstündigen Fluges: 285 Streckenkilometer legte das Duo mit Hilfe von nur 14 Aufwinden, so genannten Thermikbärten zurück.

 

Auch Bauer selbst startete zur Punktejagd. Sein dreieinhalbstündiger Flug führte anfangs westlich über Coburg bis Rödental ehe er südwärts weiterflog. „Eine bestimmte Strecke ist uns an sich nicht vorgegeben“ erklärt Bauer. „Aber man orientiert sich eben am lokalen Wetter und den jeweiligen Wolkenbildern.“ Und die Wolken führten Bauer bis Ochsenfurt bei Würzburg. Heimwärts flog Bauer über Bamberg und Lichtenfels. Auf dem letzten Wegstück zwischen Kulmbach und Helmbrechts ging dann gegen 18:30 Uhr die Thermik zu Ende, was mit der im Frühjahr geringeren Sonneneinstrahlung zu erklären ist. „Da blieb mir nichts anderes übrig, als bei den Fliegerkameraden in Kulmbach zu landen.“ Dennoch brachte Bauer 240 Kilometer zusammen.

 

Nachdem das Zeitfenster für Meldungen zur Bundesliga am Montag um 10 Uhr schloss, stand das Ergebnis fest: Die erste Runde in der Spitzenliga der deutschen Segelflieger muss das SFZ mit 258,39 Speedpunkten auf dem 29. Platz abschließen. Dies bedeutet für das Punktekonto vorerst nur einen Punkt.

„Dass wir nicht gleich zu Beginn der Saison mit vorne dabei sind, war denke ich allen klar“ kommentiert Bauer die Vereinsleistung auf welche er dennoch sehr stolz ist. „Es war wichtig, die erste Runde bereits zu fliegen und keine Punkte zu verschenken.“

Der Blick zu den oberfränkischen Nachbarn zeigt, dass die Strategie des SFZ in südwestliche Richtung zu fliegen kein Fehlgriff war. Gleich taten es sowohl die Bayreuther als auch Bamberger Kameraden. Teils etwas südlicher, teils etwas westlicher. Möglicherweise waren die Oberfranken aber insgesamt trotz der guten Wetterbedingungen nicht derart begünstigt, wie die Spitzenreiter der Runde.

So konnte die Luftsportgruppe (LSG) Bayreuth mit dem 19. Rundenplatz schon in der ersten Runde auch nur zwei Punkte einfliegen. Die Bamberger Luftsportler schlossen mit 263,72 Speedpunkten auf dem 28. Platz mit einem Punkt. Spitzenreiter wurde in der ersten Runde der LSV Burgdorf aus Niedersachsen (351,39 Punkte), gefolgt von Bad Wörishofen (343,56 Punkte) und Ludwigshafen (343,03 Punkte).

 

Ein weiteres Indiz, dass die Thermiksituation wesentlichen Einfluss hatte zeigt der Vergleich zur 2. Bundesliga: „Wären wir dieses Jahr auch wieder in der 2. Liga gestartet“ erklärt Bauer, „so wären wir auch dort im hinteren Tabellendrittel gestanden. Aber schon am nächsten Wochenende kann sich dieses erste Tabellenbild wieder komplett ändern. „Man muss sich von Runde auf Runde neu auf das Wetter einstellen und das Beste daraus machen.“

 

 

 

 

 

 

 

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