SFZ bereit für Start der Segelflugbundesliga 2015

 

 

 

Am kommenden Wochenende  - also am 18. und 19. April - startet die neue Saison der ersten Segelflugbundesliga. In dieser Liga messen sich die dreißig besten Luftsportvereine der Bundesrepublik Deutschland. Dass von den über 650 beim Deutschen Aeroclub (DAeC) registrierten Vereinen auch drei oberfränkische Fliegerclubs mitstreiten ist durchaus beachtlich!

 

Unter den Segelflugvereinen der großen Ballungsräume wie SFZ Königsdorf bei Bad Tölz sind auch die oberfränkischen Vereine des Aeroclubs (AC) Bamberg, der Luftsportgruppe (LSG) Bayreuth und das Segelflugzentrum (SFZ) Ottengrüner Heide.

Sportleiter Hanns-Günther Bauer und Vorsitzender des SFZ Ralf Kaußler sind besonders stolz darauf, ihren Verein in der 1. Segelflugbundesliga vertreten zu sehen. „Natürlich ist dies auch eine tolle Werbung für unsere – nicht nur – fliegerisch herausragende Region“ betont Kaußler. „Unser Verein hat sehr familiäre Strukturen: Bei etwa vierzig aktiven Mitgliedern sich jedes Wochenende mit großen Vereinen wie dem SFZ Königsdorf mit über 300 Mitgliedern messen zu können ist schon herausragend.“ Dabei muss der Blick gar nicht so weit reichen. „Schon gegen die Fliegerkameraden aus Bayreuth, die mit ihrer starken Truppe schon länger in der ersten Liga mitfliegen wird es spannende Duelle geben – natürlich nur auf dem Papier!“ scherzt Bauer.

 

Oberfrankenderbys‘ wie es Eishockeyfans noch aus dem Winter kennen, wird es dennoch geben. Es geht schließlich um die jeweilige Rundenplatzierung. „Dass man sich bei Schlechtwetterlagen durchaus abspricht“ erklärt Bauer, „ist unter Fliegerkameraden selbstverständlich. Letztlich kommt es aber dann auf die individuelle fliegerische Leistung der Piloten an.“ Und dass man sich da vor allem regional vergleicht liegt auf der Hand, denn „den mehrjährigen Spitzenreiter aus Südbayern als Maß der Dinge zu nehmen wäre utopisch“.

 

Im Vergleich zur 2. Segelflugbundesliga, in welcher das SFZ sich stets gut im Mittel halten konnte, „ist die erste Liga eine ganz andere Klasse“ merkt Bauer an. „Hier mitzuhalten wird ein richtig dickes Brett. Aber wir freuen uns auf diese sportliche Herausforderung!“

Wie sich das SFZ im bundesweiten Vergleich schlägt, erfahren Sie unmittelbar noch am Wochenende über die Fanseite des SFZ unter www.facebook.com/SFZOttengruenerHeide.

„Wir würden uns sehr freuen, wenn sich einige für diesen besonderen Sport interessieren und uns auf Facebook folgen oder auch gerne hier am Flugplatz besuchen!“ -  „Unsere Piloten freuen sich immer über entsprechenden Zuspruch und fliegen danach manchmal sogar noch besser!“ fügt Kaußler lachend an.

 

 

 

Sicherlich werden viele, die sich für den Segelflugsport interessieren, nicht viel mit der Segelflugbundesliga anzufangen wissen. Was ist das, worum geht's und wie läuft's da eigentlich ab? Diese und weitere Fragen haben wir dem Sportleiter des SFZ, Hanns-Günther Bauer, gestellt. Das vollständige Interview könnt ihr nun hier lesen:

 

Wie wird die Vereinsleistung eigentlich bewertet? Wie erfolgt das Ranking?

„Es funktioniert natürlich nicht wie beim Fußball, dass immer zwei Vereine gegeneinander fliegen zum Beispiel. Beim OLC geht es darum, dass jeder Verein am heimischen Flugplatz oder von woanders einen Flug absolviert und diese mittels GPS aufgezeichneten Flugdaten online meldet. Ein Programm ermittelt dann die in zweieinhalb Stunden längste geflogene Flugstrecke.

Hieraus ergibt sich eine durchschnittliche Geschwindigkeit, die letztlich unter Berücksichtigung eines flugzeugspezifischen Index, das Rundenranking ergibt.“

 

Das heißt also, dass jeder teilnehmende Verein mindestens einen Flug abliefern muss?

„Genau! Am besten ist es natürlich, wenn es einem Verein bei nahezu jedem Wetter möglich ist, so viele Piloten wie möglich auf Strecke zu schicken. Es sind letztlich für das Rundenranking nur die besten drei Flüge entscheidend, doch es ist nicht selten, dass ein Kamerad außenlanden muss oder sich für eine ungünstige Richtung entschieden hat.“

 

Ein Verein mit drei gemeldeten Flügen, wobei die drei Flüge addiert werden, hat also die besseren Chancen, vorne mitzufliegen?

„So ist es. Wie bei der Formel-1-Wertung erhält der Erstplatzierte jeder Runde 20 Punkte für das Vereinskonto. Der zweite 19, der dritte 18 und so weiter. Die Letztplatzierten können zumindest einen Punkt erhalten, sofern sie überhaupt fliegen. Deswegen ist es so wichtig, überhaupt zu fliegen und so wenigstens einen Punkt in jeder Runde mitzunehmen. Dies kann in den letzten Runden entscheidend sein!“

 

Um an Europa- oder Weltmeisterschaften im Segelflug teilnehmen zu können, bedarf es einer entsprechenden Qualifikation und Vorleistungen. Was sind die Voraussetzungen, um an der Segelflugbundesliga teilzunehmen?

„Das ist das tolle an dieser Sportliga: es gibt praktisch keine! Jeder Pilot, egal ob Fluglehrer, Scheinpilot oder erst Flugschüler kann seinen Flug von mindestens zweieinhalb Stunden melden. Wenn die Vereinskameraden ‚auf die falsche Wolkenstraße abbiegen‘, kann es also auch möglich sein, dass ein Flugschüler das Rundenranking anführt und so seinem Verein wertvolle Punkte liefert. So konnten sich in der letzten Saison immer wieder Flugschüler bereits sportlich einbringen.“

 

Das klingt alles sehr locker. Aber ist es nicht auch eine taktische Frage um erfolgreich an solch einer Liga teilzunehmen?

„Sicherlich gehört Taktik wie bei jedem Sport dazu. So haben wir in den letzten Jahren an Wochenenden, an denen das Wetter in Helmbrechts nicht fliegbar war, uns gezielt Regionen und Flugplätze mit besserem Wetter ausgesucht und sind mit dem Flugzeug im Hänger dorthin gefahren. Dies heißt aber nicht, dass wir uns Wochenende um Wochenende auf Biegen und Brechen um eine möglichst gute Platzierung schlagen wollen. Segelfliegen ist ein Hobby, das primär Spaß machen soll. Wenn jemand an einem tollen Sonntag dann einen drei- oder vierstündigen Flug absolviert und diesen für den Verein meldet ist das super. Das Segelfliegen als Freizeitaktivität sowie die Ausbildung neuer Scheinpiloten ist unser Hauptanliegen, die Bundesliga der sportliche Anreiz.“

 

Wenn Sie vom sportlichen Anreiz sprechen: Was ist das „Maß der Dinge“, an dem das SFZ sich orientieren wird? Gibt es bereits konkrete Konkurrenten, die Sie im Auge haben?

„Das ist schwierig zu sagen: Die Kameraden vom SFZ Königsdorf bei Bad Tölz haben in den vergangenen Jahren meist die Tabelle angeführt. Sie haben aber allein von der Mannschaftsstärke von etwa 300 Mitgliedern und einem großen modernen Flugzeugpark schon ganz andere Grundvoraussetzungen. Aber wir schielen natürlich zu den Kameraden aus Bamberg und Bayreuth.“

 

Das heißt, das SFZ wird eher eine Außenseiterrolle einnehmen müssen?

„Das hoffen wir natürlich nicht. Wir werden unser bestes versuchen. Klar hat ein Verein, der zehn Piloten auf Strecke schicken kann mehr Chancen drei hervorragende Flüge zu melden als einer der von Beginn an nur drei Piloten losschickt. Aber die Taktik ist ebenso ein wesentlicher Faktor, wie die Flugregion. Und da haben wir hier im schönen Oberfranken ideale Voraussetzungen. Also auch wenn das Niveau in der Spitzenliga sicher deutlich höher liegt, wollen wir unseren Platz in der 1. Liga verteidigen!“

 

Konkurrenz aus Bayreuth und der Nähe von Tölz: Das wird einige Sportfans an spannende Duelle aus der Eishockey-Oberliga erinnern. Können die Eishockeyfans sich über den Sommer auf spannende Derbys in der Luft freuen?

„Inwiefern es ein direkter Konkurrenzkampf – jedenfalls zu Bayreuth - wird oder man sich bei schwierigen Wetterlagen koordiniert, werden wir sehen. Letzte Saison waren wir jedenfalls öfters in Kontakt. Gerade diese regionale ‚Rivalität‘ wird man aber natürlich merken, auch wenn es sicherlich nicht so ausarten wird, wie bei einigen Eishockey Derbys.“ (Bauer lacht.)

 

 

 

 

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