Respektvoller Start in die Saison

Helmbrechts/Flugplatz Ottengrüner Heide, 4. & 5. April 2015

 

Am vergangenen Samstag, dem 4. April starteten die Luftsportler vom Segelflugzentrum (SFZ) Ottengrüner Heide mit einem umfangreichen Sicherheitsbriefing in die neue Saison. Gerade unter den Schatten des jüngsten Flugunglücks einer deutschen Germanwings-Maschine in den französischen Alpen zeigten sich die Verantwortlichen zurückhaltend. „Dieses am Samstag abgehaltene Sicherheitsbriefing stand schon lange im Kalender und ist fester Bestandteil eines jeden Saisonstarts“ erläutert Vorsitzender Ralf Kaußler, der dieses Briefing zu einem Pflichttermin für alle aktiven Piloten erklärte. „Gerade bei unserem Hobby ist die lange Winterpause von durchaus einem halben Jahr nicht ungefährlich. Umso wichtiger ist es zu Beginn der neuen Saison alle wieder auf mögliche Risikoquellen aufmerksam zu machen.“ So ermahnte Fluglehrer Hanns-Günther Bauer alle anwesenden Motor- wie Segelflugpiloten zu besonders viel Umsichtigkeit, gerade zu Saisonbeginn. „Wir müssen stets auf uns und auf andere achten – am Boden, wie in der Luft.“

 

So ging es nach ersten, allgemeinen Hinweisen zum Flugbetrieb ins Detail. Es wurden die wichtigsten Gefahrenquellen angesprochen und im Pilotenplenum offen diskutiert. Neben dem „sicheren Windenstart“ oder dem „geordneten Vorbereiten auf eine Außenlandung“ ging es auch um aktuelle Änderungen in der Luftraumstruktur.

Den Piloten wurden überdies die wichtigsten rechtlichen Änderungen durch neue EU-Richtlinienbestimmungen nochmals vergegenwärtigt. Schließlich galt es die anwesenden Mitglieder noch über die neue gesetzliche Struktur der Flugschulen zu informieren. So ist das SFZ Ottengrüner Heide seit April eine so genannte „ATO“ – eine vom Luftfahrtbundesamt anerkannte Ausbildungsorganisation.

 

Angesichts des tragischen Flugunglücks Ende März stellt sich für viele die Frage, wie sicher Fliegen und insbesondere Segelfliegen sei. Hierzu erklären Kaußler und Bauer einvernehmlich, dass „solch schreckliche Unfälle kaum vorhersehbar und gewisse Restrisiken nie hundertprozentig auszuschließen sind – wie bei einer Autofahrt, Radtour oder auch nur dem Fußweg zur Arbeit“. „Ein großer Gefahrenherd fehlt beim Segelflug aber in aller Regel: der Motor. Das schließt zwar eine große Fehlerquelle aus, doch bleibt der Faktor Mensch“ erklärt Bauer. „Und da sind gerade wir Fluglehrer gefragt: Hier beim SFZ haben alle Fluglehrer viele hundert Flugstunden und vielfältige Flugerfahrung: Ausbildung, Überlandflüge, Wettbewerbe. Das macht uns nicht unfehlbar, doch haben wir einen derartigen Erfahrungsschatz, der es uns ermöglicht in der Ausbildung von Flugschülern und im Training mit Scheinpiloten, diese für solche Situationen zu sensibilisieren.“

 

 

Noch sind nicht alle Segelflugzeuge wieder vollständig hergerichtet. „Dies wollen wir nun an den nächsten Wochenenden angehen“ erklärt Kaußler. Denn für manche Arbeiten muss es einfach etwas wärmer sein.

Doch davon ließen sich die Flieger nicht entmutigen und starteten schon am Samstag und Ostersonntag zu ersten kurzen Flügen mit der Motormaschine „Cessna“ sowie dem Motorsegler „Dimona“. „Nach so einer langen Winterpause will man einfach mal wieder in die Luft!“ kommentierten Piloten ihren ersten Saisonstart glücklich. Dieser erfolgt beim SFZ stets mit Fluglehrer und gilt als „Check-Flug“, bei dem es darum geht, nochmals die zuvor theoretisch angesprochenen Situationen durchzugehen.

 

Ab wann es auf der Ottengrüner Heide wieder zu regulärem Flugbetrieb kommt, ist wetterabhängig. Doch ist seit April wieder mit mehr Flugbewegungen auf dem Flugplatz bei Helmbrechts zu rechnen, vor allem am Wochenende. „Ganz herzlich laden wir alle Anwohner und Interessierte zu uns auf den Flugplatz ein“ betont Kaußler. „Wir freuen uns über jeden Besucher, der sich für unser Hobby interessiert und bieten dabei auch gerne die Möglichkeit einmal selbst mitzufliegen an. Doch bitten wir Familien, den Flugplatz nur über die Besucherterrasse zu besuchen und die öffentlichen Wege nicht zu verlassen. Gerade Fußgänger mit Hund, die den schönen Weg um den Flugplatz herum nutzen, sollten ihre Hunde zu deren eigener Sicherheit stets angeleint lassen!“ Kaußler ermahnt die Hundehalter um Rücksicht und bittet ausdrücklich darum, auch unter der Woche nur angeleint Gassi zu gehen, denn es wäre fatal, würden sich Hunde auf die Landebahn verirren und so schlimmstenfalls Unfälle verursachen.

 

 

 

 Aktuelle Informationen, ab wann regelmäßig auch Segelflugbetrieb stattfindet und weitere Aktualisierungen gibt es auf unserer Fanseite unter www.facebook.com/SFZOttengruenerHeide

Ob an einem bestimmten Tag Flugbetrieb stattfindet oder ein Mitflug möglich ist, können Sie auch telefonisch erfragen. Unser Flugplatztelefon ist unter 09252 92620 erreichbar.

 

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